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Die BERLIN BRITZENALE hat sich aus dem Mikrokosmos einer einzelnen Kleingartenparzelle in der Schrebergartenanlage Morgentau e.V. an der Blaschkoallee seit 2016 kontinuierlich erweitert. Nach drei facettenreichen, ortsspezifischen Ausstellungen stellt sich die BERLIN BRITZENALE der Herausforderung einer Neukonzeption.


Das Kunstfestival kooperiert in diesem Jahr mit einem neuen und visionären Kleingartenkonzept: Mit dem Urbanen Waldgarten Britz wurde ein spannender Ort zur
künstlerischen Auseinandersetzung für die vierte BERLIN BRITZENALE gefunden.
Der Urbane Waldgarten befindet sich zur Zeit in einem Prozess des Entstehens und
Werdens und ahmt Muster und Verhältnisse nach, die in Natur und Ökosystemen
vorzufinden sind. Zukünftig sollen hier 60 Kleingärten und eine Fläche für kommunales
Gärtnern entstehen.


Nach der dritten BRITZENALE entstand das Bedürfnis, zu reflektieren, wie ein Kunstfestival sich nachhaltig weiterentwickeln kann, ohne nach quantitativem Wachstum zu streben.  Die Überlegungen begründen den bewussten Wechsel an diesen Standort innerhalb des Neuköllner Stadtteils Britz, der sich mit einem neuartigen Modell von Schrebergärten auseinandersetzt und so zeitgemäß in die Zukunft blickt.


Urbane Waldgärten (Englisch: food forest) bestehen aus vielen Schichten. Sie
setzen sich zusammen aus Pilzen und Wurzeln, Kräutern, Gemüsepflanzen,
Beerensträuchern und schattenspendenden Obst- und Nussbäumen, die langfristig
miteinander angebaut und geerntet werden. Das Konzept des Waldgartens innerhalb
des Urban Gardening erfüllt ökologische Funktionen wie Bodenschutz, Klimaanpassung und Förderung der Biodiversität. Außerdem wird hier gemeinschaftliches Gärtnern und Umweltbildung ermöglicht. Die vierte BERLIN BRITZENALE beobachtet hier die spezifischen Prozesse der komplexen Entstehung des Waldgartens, um künstlerisch zu begreifen, hervorzuheben und Teil dessen zu werden.


Die eingeladenen zwölf Künstler*innen beschäftigen sich mit dem queerfeministischen
Potential des Myzel, vergänglichen Skulpturen die für Insekten geschaffen
werden, mit den DIY-Techniken der Kompostierung, mit klingenden Landschaften,
Tanz in Verbindung zur Erde, künstlerischen Erfahrungen des Gärtnerns und
Genießens, mit eisigen Squirts, der lauten Stille der Fledermäuse, mit der bunten,
kompostierbaren Extravaganz von Pilzen, fiktiven Erzählungen solidarischer Welten,
mit gefundenen Materialien, die als Archiv dienen und mit Mythen über Moore und
Sümpfe.


In Zeiten immenser Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels nimmt
sich die vierte BERLIN BRITZENALE den Herausforderungen an diesem zukunftsweisenden Ort an, nicht ausschließlich das Thema des Gartens und Gärtnerns an sich zu beackern. Vielmehr stellt sich in dieser ernstzunehmenden Situation die unausweichliche Frage nach den Möglichkeiten von nachhaltiger Kunstproduktion. Was bedeutet Nachhaltigkeit für uns? Für wen bedeutet sie etwas ganz anderes?


In vielen Gesprächen, Erkundungen und Recherchen zwischen allen Beteiligten
stellen wir uns diese Fragen. Es eröfnen sich daraus wichtige und aktuelle Diskurse
rund um Klimagerechtigkeit, Zugänglichkeiten von Kunst- und Klimaprojekten sowie
progressiven Zukunftsvisionen, die hier und heute auf der dreitägigen BRITZENALE
zu erleben sind.


Die Welten, die wir so aufbauen, entstehen auf dem Boden der Vergangenheit.
Lasst uns gemeinsam neue Wege finden, in denen wir nicht nur füreinander sorgen,
sondern auch nicht-menschlichem Leben mit Sorge und Empathie begegnen. Wir
haben bei Weitem nicht ausgelernt und laden ein zum Visionieren, Diskutieren,
Genießen und Erkunden, um an diesem Ort gemeinsam in die Zukunft zu denken
und zu wachsen.


Linnéa Meiners and Christof Zwiener

mitit


Antje Majewski & Paula Oltmann
Barbara Gamper
Collective Disaster
David Horvitz
Fadi Aljabour
HakkaMoon
Julia Frankenberg
Kim Bode
Lacy Barry
MELT (Ren Loren Britton & Iz Paehr)
Silvia Noronha
Xiaopeng Zhou

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The BERLIN BRITZENALE has continuously evolved from the microcosm of a single
lot in an allotment garden site Morgentau e.V. on Blaschkoallee since 2016. After
three multifaceted, site-specific exhibitions, the BERLIN BRITZENALE is taking on
the challenge of a new concept.


This year, the art festival is cooperating with a contemporary and visionary allotment
garden concept: with the Urban Forest Garden Britz, an exciting location for artistic
exploration has been found for the fourth BERLIN BRITZENALE. The Urban Forest
Garden is currently in the process of emerging and becoming and imitates patterns
and conditions found in nature and ecosystems. In the future, 60 allotment gardens
and an area for communal gardening will be created here.


After the third BRITZENALE, the need came up to reflect on how an art festival can
develop sustainably without striving for quantitative growth. These reflections justified
the deliberate move to this location within the Neukölln district of Britz, which is exploring a novel model of gardening and thus looking to the future in a timely way.


Urban food forests consist of many layers. They are composed of fungi and roots,
herbs, vegetable plants, berry bushes and shady fruit and nut trees, which are grown
and harvested together on a long-term basis. The concept of the forest garden
within urban gardening fulfills ecological functions such as soil protection, climate
adaptation and promotion of biodiversity. The fourth BERLIN BRITZENALE observes
the specific processes of the complex development of the forest garden in order to
artistically understand, highlight and become a part of it.


The twelve invited artists deal with the queerfeminist potential of mycelium, ephemeral sculptures created for insects, DIY techniques of composting, sounding landscapes, dance in connection with the earth, artistic experiences of gardening and
enjoyment, with icy squirts, the loud silence of bats, with the colourful, compostable
extravagance of mushrooms, fictional tales of worlds in solidarity, with found materials
serving as archives and myths about bogs and swamps.


In times of immense effects of human-made climate change, the fourth BERLIN
BRITZENALE is taking up the challenges at this forward-looking location not to exclusively tackle the topic of gardens and gardening itself. Rather, this serious situation raises the inescapable question of the possibilities of sustainable art production. What does sustainability mean to us? For whom does it mean something quite different?


We ask ourselves these questions in many conversations, explorations and research
between all participants. This opens up important and current discourses around climate justice, accessibility of art and climate projects as well as progressive visions of
the future, which can be experienced here and now at the three-day BRITZENALE.


The worlds we build in this way are created on the ground of the past. Let us together
find new ways in which we not only care for each other, but also encounter nonhuman
life with care and empathy. We are far from having learned and invite you to envision, discuss, enjoy and explore, to think and grow together into the future in this place.

Linnéa Meiners and Christof Zwiener

 

with

Antje Majewski & Paula Oltmann
Barbara Gamper
Collective Disaster
David Horvitz
Fadi Aljabour
HakkaMoon
Julia Frankenberg
Kim Bode
Lacy Barry
MELT (Ren Loren Britton & Iz Paehr)
Silvia Noronha
Xiaopeng Zhou

Dank an / thanks to


den Bezirksverband Berlin-Süden der Kleingärtner e.V.
Kimberley Müller und Stefan Meier
Jennifer Schulz, Universität Potsdam
Julia Viebranz-Wiatrek, Freilandlabor Britz e. V. und Umweltbildung
den Vorstand des Waldgarten Berlin Britz e.V.
Galerie ChertLüdde
Anna Steinert

Tang Han
Bernd Trasberger

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künstlerische Leitung und Kurator*innenteam
Linnéa Meiners & Christof Zwiener


Assistenz
Gianna Ehrke


Produktion
Michael Fesca


Lektorat
Sonya Schönberger


Fotodokumentation
Piotr Pietrus


Idee und Konzeption
Christof Zwiener

Die BERLIN BRITZENALE 4 wird durch die Spartenoffene Förderung für Festivals und Reihen der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert


BERLIN BRITZENALE 4 is supported by multi-sector funding for festivals and series by the Senate Department for Culture and Community

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